akute zeiten
eine spurensuche als petitio principii
es wird so schnell dunkel, als ob die welt beleidigt sei.
an stillen abenden ist das atmen ein heimliches selbst-gespräch.
die vermessenheit der sterne bei Thales von Milet und ihre heutigen turbulenzen in der superstringtheorie.
zinsen für dispo-überziehungen sollen auf 8,5 prozent sinken, nachdem der leitzins für banken fast bei null liegt.
es ist gar nicht mehr möglich zu wachsen, ohne schulden zu machen. das wachsen ist ein borgen auf zeit, eine global verbindliche kumpanei geworden.
häufiger werden geldautomaten mit gas aufgesprengt. zu richtigen banküberfälle kommt es kaum noch, da in tresoren oft ausspekulierte wertpapiere lagern.
erneut ist eine Bambi-verleihung im fernsehen zu ertragen. und man erinnere sich: der politisch unkorrekte rapper Bushido hat den tumben fernsehpreis letztes jahr bekommen, damit ihn der allzu doitsche schlagersänger Heino aus protest zurückgab.
wie leer ist das sinnieren, wenn einem bewusst wird, wie leer das eigene sinnieren sein kann. und wie viele bücher man verschleisst, weil man sie kaum versteht und ständig wieder liest. z.b. Hegels Logik oder Platons staat.
die unerträgliche musik des nachbarn wird im laufe der jahre leiser. wegen einer zunehmenden taubheit?
fast zwei jahrzehnte lang waren die US-Atomraketen mit dem Passwort: 00000000 geschützt. darauf muss man erstmal kommen.
das zerlegen des himmels in sterne. und tagsüber in wolken.
laut einer studie der evangelischen kirche glauben persistent weniger Christen an ihren Gott. sie suchen einzig noch eine spirituelle selbstbestätigung.
neujahrsansprache auf nordkoreanisch: man droht der welt wieder mit einer nuklearen katastrophe.
akute zeiten sind allzu persistent andauernde zeiten. es kann ja sein, dass die menschliche zivilisation erst in tausend jahren zugrunde geht, insofern die bisherigen sorgen zu kleinlich sind.
deshalb als moderner anarchismus auf einer demo mehr verweigern als befürworten. im warteraum eines amtes die ausnahme von der regel sein. als querulant daheim redundant bleiben.
vermag man sich wagemutig zu positionieren, stellt sich früher oder später die angst vor einer bauchlandung ein. und so lange man in seinem leben immer noch einmal mehr aufgestanden ist, wird es wohl so bleiben.
die grossen städte in China versinken bei einem exorbitanten wirtschaftswachstum in einem giftig gelben smog. dagegen schützen momentan am besten luxus-limousinen mit klima-anlagen.
nächstes jahr sollen wieder die frauen für das schlechte wetter verantwortlich sein. tiefdruckgebiete bekommen keine männer-namen mehr.
die aktuelle schneefallgrenze steigt auf unerreichbare höhen.
weihnachten ist die parodie des osterfestes. und umgekehrt, wenn der schnee ausbleibt oder unzeitgemäss einfällt.
wenn die menschen nicht reden, sondern beim bahnfahren nur dösen, sind sie am schönsten. mitunter reicht es, teilnahmslos zu sein.
einem 17jährigenen mädchen wurde in Afghanistan die nase abgeschnitten, weil sie einen für sie ausgewählten mann nicht heiraten wollte. ein fotoreporter hat sie porträtiert und dafür einen renommierten award-preis bekommen, so dass nun millionen menschen ihr schandmal sehen.
jene wut gegen nichts und niemanden. aber wenn ich freundlich bleibe, kann mir bestimmt nichts passieren.