110 romane


anfänge und abbrüche

aller anfang ist schwer und mancher ist ein loch, ein stillstand, ein kopfzerbrechen, eine unerträgliche katastrophe

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wenns im radio nichts zu sagen gibt, dann ist in der nacht nur musik zu hören.
dämmern die stunden vor sich hin, braucht das grübeln keinen text und keine melodie. einen seufzer aber immer

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ohne smalltalk findet die introvertiertheit sätze, welche nicht vom sinn besetzt sind. sie erfindet das, was nicht der fall ist, ergo unsinn. die sprache ist dafür streufähig und wohlfeil wie das salz. auch wenn es vermehrt unwörter gibt und moral-apostel, die teile der semantik brandmarken

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ein unbeschriebenes blatt papier bleibt ein leeres rechteck und eine permanente rechteck-vorstellung, wenn man den ganzen tag bloss wohnt.
in selbstgesprächen möchte ich jetzt nicht reden, vor allem nicht mit mir

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einem unakzeptablen einfall folgen grübeleien bis zum nächsten einfall. ein frei flottierendes räsonieren ist wie das rauschen der täglichen zeitung verwirrend und damit bleibt es ergründlich

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wie oft ich die möglichkeitsform wähle, falls ich mal persönlich werde und eine geborgenheit in den eigenen ansprüchen suche.
doch solche ansprüche sind erwartungen, die bloss erwartungen bleiben

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früher waren braune strümpfe wärmer als hohe und zu fuss war es kürzer als durch den wald.
es gilt am unglaublichen aus der kindheit festzuhalten oder am allezeit nur evident gegebenen

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das gebot der klarheit scheut unlösbare knoten in der syntax.
was ich gemeinhin aufschreibe, ist auf tribiale vereinbarungen zurückzuführen, ohne dass ich mir dessen bewusst bin

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warten und warten. durch den tag, durch die nacht.
und häufig komme ich erst zu einem autarken denken, wenn ein muster (z.b. die tapete) zu flimmern beginnt

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bücher, die nach mitternacht konzipiert und am nächsten tag verworfen werden. diese bücher bleiben eine immerwährende herausforderung