110 romane


anfänge und abbrüche

aller anfang ist schwer und mancher ist ein loch, ein stillstand, ein kopfzerbrechen, eine unerträgliche katastrophe

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ein unbeschriebenes blatt papier bleibt ein leeres rechteck und die permanente rechteck-vorstellung, falls man den ganzen tag bloss wohnt.
in selbstgesprächen möchte ich jetzt nicht reden, vor allem nicht mit mir

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wenns im radio nichts zu sagen gibt, dann ist in der nacht nur musik zu hören.
dämmert das denken leer vor sich hin, braucht es keinen text. einen seufzer aber immer

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der prominente autor, der mit seiner stimme spricht und alles, was er formuliert, druckreif aufschreibt, muss ein wunderbarer schauspieler sein

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je älter ich werde, desto mehr misstraue ich überzeugenden formulierungen. viele begriffe sind vernutzt, sie beziehen sich auf zu viele andere begriffe. sie sind allzu relativ

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ständig die vermittlung von text und inhalt, von ausdruck und form, von autor und leser, von anfang und ende... auch wenn
es vermehrt unwörter gibt und moral-apostel, welche teile der semantik brandmarken

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trostloser versuch, sinn in die potentiale von abermillionen wort-variationen zu bringen. in einzelnen sätzen bin ich originär. mit satzverbindungen werde ich schnell zu einem plagiator

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mein nettowissen und meine bruttozweifel.
das schreiben von glattitüden so lange aufhalten und jedwedes meinen so lange aufschieben, bis sich die schwere einer antwort auf eine nie gestellte frage einstellt

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manche erkenntnisse sind so unfassbar wie transzendente oder hyperreale zahlen.
was ein phantast alles gedanken nennt, bloss damit er welche hat

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man spricht an sich vorbei. doch sobald es lesbarer ist, bedeutet es etwas.
manchmal möchte ich nur ein ausrufezeichen schreiben, einfach nur ein ausrufezeichen