"nullsummenspiele" - logbuch eines kunstschaffenden
weder nach links noch nach rechts, weder hoch hinaus noch nach unten fallen. warum
weiss ich immer öfter, was ich nicht will?
viele meiner absichten sind vorläufig und ohne ziel. da ich an zu vielen dingen hänge,
kann ich an meinen möglichkeiten keinen verrat begehen.
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weiter, höher, schneller. der 100meter-star Usain Bolt läuft trotz schärferer doping-kontrollen
und entgegen wissenschaftlicher prognosen zum menschlichen leistungsvermögen bei bejing
olympia 2008 einen neuen weltrekord. manche glauben an die redlichkeit seines erfolges, manche
nicht.
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traue keinem unter 90, denn die menschen werden, da sie nun nicht mehr öffentlich rauchen
dürfen, immer älter. und wenn die medizinische forschung recht behält, irgendwann
einmal 300 jahre lang leben.
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"es ist höchst begreiflich, warum am ende alles poesie wird. wird nicht die welt am ende
gemüt?"
(Novalis)
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ich wiederhole mich immer öfter. mein vorrat an unmöglichkeiten nimmt ab.
what ever that means.
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"i hate excuses." - in schwachen momenten wünsche ich mir ein image wie das der Sahrah
Lucas und die dazugehörenden galerien sowie museen, die solche tumben versprechen gern
und gut promoten.
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der sinn einer arbeit ergibt sich immer erst aus der nächsten oder der vorhergehenden
arbeit. alles ist nur ein vorspiel für ein ganz anderes vorspiel.
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mehlwürmer sind auch nicht mehr das, was sie einmal waren. nachdem ihre leibspeise,
also alle mehlvorräte aus der küche in den müllcontainer gewandert sind, mehren sie sich
wohlgenährt weiter. erst als noch der traubenzucker, das puddingpulver und alte gewürznelken
entsorgt werden, ist endlich schluss mit dem ausschwärmen.
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traum: ein bild, das kein bild ist, überlagert ein anderes bild, welches aber behauptet, das
genaue abbild von dem bild zu sein, das kein bild ist.
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10.10.2008 - ein richtiger herbstnebel ist ein nebel im richtigen herbst.
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ohne das normale gibt es nur das allzu normale. bloss noch das registrieren, was man selbst
und augenblicklich wahrnimmt. ein fahrtenschreiber sein. nicht mehr und nicht weniger.
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wegen dem urinstein jetzt auch im sitzen pinkeln. statt starken kaffee am morgen, jetzt lieber schwarzen tee. und
am abend nur noch zwei bier. man entwickelt rücksichten, die man selber nicht versteht, während
sie für andere bereits selbstverständlich sind.
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ich bin schwer vermittelbar. meine arbeiten sind nicht einleuchtend, und wenn überhaupt,
dann selten zu verstehen. nur wenige menschen können und wollen sich deshalb an sie
erinnern.
ich verursache amnesien.
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so sehr fremde erwartungen die eigenen ansprüche attackieren, lehnt man sich dagegen
auf, hat man schon verloren. und gewinnt man, weil man sich dessen bewusst ist.
doch keine kunst ist auch keine lösung.
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ständig eine nötige korrektur. was mich gestern noch begeisterte, ist mir heute bereits
peinlich. und je mehr schnitzer man findet, desto mehr übersieht man auch.
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der erfolg des nichterfolgten: man bleibt ein kampfloser sieger, wenn herausforderungen
ausbleiben.
diese woche wie die letzte und die vorletzte nichts notiert. ich schlittere wie die globale
weltwirtschaft in eine rezession.
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bald 46. Schiller starb in diesem alter. wäre er älter geworden, hätte er sicherlich seine
idealische haltung zur gesellschaft mehr zum möglichen geändert. und vielleicht alles
umgeschrieben.
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selbst der papst stellt jetzt nach der debatte um die holocaust-verleugnung bei den (wieder eingemeindeten)
pius-brüdern seine unfehlbarkeit zur disposition.
wer will und kann da noch nachstehen?
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nachts über der stadt ein klagend verstörendes pfeifen. ähnlich den obertönen der
wale.
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neue befunde aus äthopien belegen, dass der mensch bereits seit 4,4 millionen jahren existiert.
damals zwar noch mit einem sehr kleinen hirn, aber bereits aufrecht.