"nullsummenspiele" - logbuch eines kunstschaffenden


an diesem tag keine idee, keinen einzigen allgemein verständlichen ein- fall. auch keinen regelwidrigen ausfall. bei wem werde ich mich dafür entschuldigen müssen?

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minimalistischer traum: ... auf einem stuhl in einem stuhl sitzt ein stuhl mit gespreizten stühlen, während eine hand mit der hand die hand ihrer besten hand wählt ...
meine bilder sind mein phantsieren in ihnen. ich könnte verständlicher sein, aber damit würde ich niemandem einen gefallen tun.

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wie ein zensor die vagen stellen übermalen, auf ein sagbares abklopfen, den missklang streichen und sorgfältig den abfall sondieren.
perfektion ist eine waffe. sie schafft distanz zwischen sich und allen anderem.

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ich kann impressionen festhalten, die keiner sich vorstellen will, und bilder imaginieren, die ich mir nicht einmal selber ansehen möchte.
die phantasie beginnt dort, wo die rationalität aufhört. vielleicht wird sie einmal überflüssig.

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avantgarde ist out, es wird wieder handwerkliches können abgefragt. aber artistische präzision allein besagt gar nichts. ohne blohen dohnst kohne kohnst.

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mit dem ende der moderne können die überbietungsstrategien und verwerfungen der avantgarden nur noch unterboten werden. in der kunst gibt es keinen haltbaren fortschritt. es verbrauchen sich allzu bald alle innovationen, so dass in zeiten der stagnation der künstler aus dem reservoir der überlieferten tricks schöpfen muss.
die kunstgeschichte garantiert heute nicht mehr, dass nicht alles auf einmal gemalt wird.

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nach der technomusik oder dem abendfüllenden actionfilm in den hellhörigen wohnungen der nachbarschaft noch ein stöhnen und seufzen. ob mit scham oder ohne charme, ob mit taatoo oder ohne piercing - man kann recht harmlos sein.

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bei steigender quote bereits fünf millionen arbeitslose in dieser ge- sellschaft. und die falschen faulenzer erkennt man immer noch daran, dass sie doch lieber arbeiten würden.

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immer diese frage: können sie von ihrer arbeit leben? natürlich nicht. das amt schickt die formulare für den lebensunterhalt. diese papiere stellen platz zur verfügung, in deren leere man sich legen kann.

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in nuce: zu häufig gestellte anträge auf zuwendungen wie nüsse knacken, bis sie nicht mehr knacken. es ist eine frage der geschicklichkeit.

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nach der preisverleihung: er hat erfolg, sie hat erfolg und ich habe ichfolg. erntet einer einen lorbeerkranz, hat er die richtige pflanze gewählt und muss nun das haupt neigen.

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kunst als volkssport; in den hinterzimmern der neu gegründeten galerien schlummern die nächsten namen als heissluftballons. sie bereiten schatten vor, die sich bald selbst übertreffen werden. jeder bekannte künstler ist die parodie eines noch bekannteren.

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die stars in der heutigen medienlandschaft sind amokläufer, dopingsportler oder prominente steuerhinterzieher. auch wenn sie fast nichts zu sagen haben. die höchste aufmerksamkeit ist garantiert.

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the best-of is the top-of the best-of. maybe dacapo.

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die ab und zu aufkommende sehnsucht nach richtiger einsamkeit, um mal wieder der einzige zu sein, ein bisschen einzigartig.

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ein platz zum arbeiten, ein platz zum essen, einer zum lesen, zum schlafen, zum sinnieren, zum koitieren, einer zum nichtstun und einer zum garnichtstun... mein lebens- und arbeitsraum gleicht einem hyperwürfel, der aus acht gleich grossen räumen besteht, wobei der letzte raum alle anderen enthält.

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klammgeil statt klammheimlich sich ein korsett anlegen, das die kräfte auf ein minimum bündelt. ausschweifungen in die schranken weisen. visionen auf einen einzelnen satz reduzieren, der in einer rekursiven kompaktheit implodiert.

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noch immer gibt es wolkengeschäfte, meinungs-kondome, abheberechte, mehrwegsätze, überhanginformationen, ganztags-tv, wortwanzen, sternverlegenheiten, falschbekenner, mosaik-weisheiten, besserwis- senschaften und jetzt endlich eine nullrunde silvesterfeier.

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man könnte prosaischer leben und schreiben. aber