"nullsummenspiele" - logbuch eines kunstschaffenden
wieder zuviel blau im blau.
man kann den himmel nur am himmel finden. als bestimmtheitsgabe.
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nur abgebrochene gespräche. immer dieselben sätze, immer derselbe abgebrochene rest.
man hat einen berechtigten grund, es anderen übel zu nehmen, wenn man nichts zu sagen
hat.
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soll man bigtalken über den smalltalk oder lieber mit den wolfen heulen?
nichts zu sagen haben (z.b. auf einer vernissage) ist genauso schwer, wie nichts gesagt
zu haben (z.b. auf einer anderen vernissage).
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"es gibt leute mit der veranlagung, immer noch etwas dazuzutun. sie verstärken ihre
empfindung, als hätten sie den eindruck, diese wäre noch nicht peinlich, noch nicht
zerdehnt genug. sie können sie nicht bei ihrer natürlichen intensität belassen. sie sind
schallverstärker. sie gehen zum äussersten."
(Paul Valéry)
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wenn einmal bewiesen ist, dass es auch runde dreiecke gibt (vielleicht in einem extrem
hyperbolischen raum), dann wird es noch schwerer sein, die eigene verrückheit zu
behaupten.
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immer mehr medien und kanäle mit re-sampling. doch wenn wundert es noch. und auch ich gestehe
an dieser stelle, dass ich immer mehr mich zitiere.
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wann und in welchem ausmass wird sie kommen, die grosse klimakatastrophe? in jedem
wetterbericht jedenfalls schon immer mehr möglichkeit als wirklichkeit, denn die meteorologen
sind sich inzwischen mit den politikern in puncto klimawandel einig. wer den eisigen winter
übersteht, soll im sommer schwitzen, damit ihm aus ignoranz kein dickes fell wächst.
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wenn mich eine stimme anspricht und sie führt zu keinem mund, keinem telefon, keinem
laut- und leisesprecher...
meine ungezügelte phantasie ist mein phantasma. man ist nicht ungestraft grössenwahn-
sinnig.
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nach dem 11. september 2001 wird auch im berliner untergrund für noch mehr sicherheit
gesorgt. aber was die überwachungskameras alles nicht sehen, wenn sie mich z.b. in der u-bahn
sehen.
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"create a little sensation. feel the difference that everyone can see. something you can
touch. property. there's nothing to touch it."
(Victor Burgin)
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das verfallsdatum mancher einfälle.
die pro-mille der vollen und die no-mille der leeren flasche.
gemessen an meinen lebenserfahrungen sind meine arbeiten banal. oder ist es umgekehrt?
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zu viel gewogenes und zu viel für zu leicht befundenes.
wie wenig man sich kennt, wenn man alte arbeiten wiederfindet.
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über was man sich nicht alles grün und blau ärgern kann: über unverschämte manager-
gehälter, über die neuesten rechtschreib- reformierungen, über das victory-zeichen eines
feisten bankdirektors... aber was bedeutet es schon, wenn jemand die faust ballt, wo das
anything goes herrscht.
irgendwann wird die wut im bauch nichts anderes mehr als ein sodbrennen sein.
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biene erhalte dir deinen stachel. eine stichelei muss teuer bezahlt werden. sich selbst zu
beherrschen ist eine lebensstrategie. lieber klein beigeben, um detaillierter protestieren
zu können.
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da mir vieles und manchmal fast alles, was als neue kunst gilt und ausgestellt wird, so
ziemlich gleichgültig ist, kann ich mich noch für vieles begeistern.
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vertiefen und wieder vertiefen. alles kann vertieft werden. als die hardliner in der neuen musik
ihre kompositionen derart komplex gestalteten, dass alle strukturellen raffinessen sich der
menschlichen wahrnehmung entzogen, begannen sie sich wieder für den profanen zufall zu
interessieren. um nun die beliebigkeit als ordnung zu definieren.
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es gibt nachrichten, die ich für mich behalten kann, die ich nur verschlüsselt weitergebe,
mit umschreibungen versehe oder die ich als paraphrase wie eine flaschenpost unangekündigt
hinterlege. ein kunstwerk ist in dieser zeit der sicherste ort für intime geheimnisse.
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"tief und wahrhaft ist nur, was man verbirgt. daher die kraft der niederträchtigen gefühle."
(Emile Cioran)
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sich zweit- oder drittmenschen halten und sie freunde nennen.
alles klar? alles klar.
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alltagsspuren: ich leide seit tagen an einer müdigkeit, die mich nicht zur ruhe kommen lässt.
nur engel haben wohl bei vollmond einen festen schlaf. sie sehen immer so gesund aus.