"nullsummenspiele" - logbuch eines kunstschaffenden


noch mehr stände, noch mehr stellwände in den messehallen am berliner funkturm. wieviel zeit ich wieder brauche, um auf dem diesjährigen art-forum zu viele bilder nicht zu sehen.

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bald gibt es vom vater staat mehr kindergeld, und für die gut- verdienenden sogar sehr viel mehr. sieht man eine schwangere frau, stellt sich daher nun die frage, hat sie's nur für's geld getan?

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die verluderte lust, und die verleidete lust. vom zungenkuss zum cunnilingus ist es nur ein kleiner schritt. doch wie sie sich in manchen filmen umarmen, wie sie ficken und man sieht, sie bewegen sich nur.

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pausen und pausen, dazwischen ein lamentieren über die pausen.

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Nihil agere delectat. könnte man doch stolz sein auf das, was man nicht vollbracht hat, was man nie vollbringen wird. es ist das, was bleiben wird und zu einer immerwährenden beschäftigung antreibt.

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"mein ganzes leben habe ich politisch in mir ärger aufgestaut. daraus ziehe ich den schluss, dass der einzige vater, den ich gekannt habe (den ich mir aufgegeben habe) der politische vater war."
(Roland Barthes)

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so viele rebellen der form. überall graffitis auf graffitis, die bald wieder von neuen graffitis übermalt werden. bis der sauberkeitswahn für eine kurze zeit einen reinen malgrund schafft.

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seit wochen dasselbe brüten über dieselben gedanken.
wer sich im kreis bewegt, erspart sich aber immerhin den rückweg.

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wie schön ist es, kühn zu behaupten: ich bin ein loser, wo andere in falscher bescheidenheit nur sagen würden: ich habe immerhin talent. ein schlauer mensch drängt sich immer in den vordergrund und lässt sich auch gern bedauern.

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"manchmal glaube ich sagen zu dürfen: der irrsinn packt mich mit starker faust, aber dann zeigt sich nachher oft, dass ich nur hätte sagen können: der irrsinn hat mich mit einem kleinen finger im ohr gekitzelt."
(Dieter Roth)

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ignoramus et ignorabimus - wir wissen es nicht und wir werden es nicht wissen. denn es sind nicht immer die kerzen, die auf den nägeln brennen, wie es auch nicht nicht immer ein elefant sein muss, der einen porzellanladen besucht.

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der umwelt zuliebe gibt es immer mehr pfandflaschen und -dosen. die rückgabe wird zum big business für die discounter, wenn sie ausbleibt, und zur conditio sine qua non für sammler, wenn sie wegen steigender lebenshaltungskosten damit ihr existenzminimum aufbessern müssen.

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spruch aus dem internet für vice-versa-interpreten: kunst ist die unzurechnungsfähigkeit der zurechnungsfähigen.

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zu viele ideen, zu viele stecknadeln im kopf. endlich wieder einmal einen satz geschrieben, der bestehen kann. einen satz, der einen satz aus dem satz macht.

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nach jahren der arbeitslosigkeit und des sozialen abstiegs besteht mancher noch immer darauf, ein kreativer freelancer zu sein. obwohl er ausser seinem arbeitsdrang keine überzeugenden ergebnisse vorzuweisen hat, nimmt ihm jeder diese selbstdarstellung sofort ab. so sehr kann sich mangels einer konkreten beschäftigung das vermögen, etwas vorzustellen, entwickeln.

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mit einem bild wie seinerzeit der messias in genezareth mit einem brot fünftausende abspeisen.
der künstler braucht ein kleines wunder, um erfolgreich, d.h. populär zu sein.

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"prinzip der kunst: mehr wiederfinden, als verlorengegangen ist."
(Elias Canetti)

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november, permanenter nieselregen. und ein reizhusten, ist ein reizhusten, ist ein reizhusten...

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haben eindrücke, die man zu bildern imaginiert, noch etwas mit tatsachen zu tun? die frage lässt sich nicht eindeutig beantworten. einerseits spielt einem die einbildungskraft immer einen streich, und andererseits ist sie vielleicht die einzige tatsache, die jedem tatsächlich zugänglich ist.

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von der kunst lernen, dass zu wenig von ihr zu lernen ist. so machen ausstellungen manchmal klug.

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"in vino veritas - das entschuldigt den wein und die wahrheit."
(Oswald Wiener)

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zwang der wahrscheinlichkeit: wenn man lange genug die buchstaben eines bestimmten satzes untereinander vertauscht, erhält man wohl irgendwann wieder den ursprünglichen oder irgendeinen anderen lesbaren satz.

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die spree ist teilweise zugefroren, der kleine und der grosse wannsee sind von einer tragbaren eisschicht bedeckt. ich habe es mit schlittschuhen bis zur fahrrinne der havel erkundet. wenn wundert es noch, wenn jetzt im norden von berlin zu einem rennen mit schlittenhunden eingeladen wird. trainiert hat man bereits im herbst mit sibirischen huskies auf rädern.

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vergriffe des jahres 2004: notglücklich, harmwut, erfolgsverdünnung, nanostop, zukunftsalt, lebensabstriche, ausgangsleer, stillschreitend, präzisionsvage, umstandsweisheit.
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