"nullsummenspiele" - logbuch eines kunstschaffenden


wie schön ein regen im gegenlicht flimmert. dieser tag ist ein unikat, er darf nur von ausgewählten, d.h. hochsensiblen menschen beachtet werden.

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das genau und intensiv machen, was alle andere nur nebenbei erledigen. man muss nicht arrogant sein. introvertiert sein reicht aus.

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W wie nicht-W. aber auch nicht wie V oder der Y von der X. was sieht man nicht alles, wenn man sich vor dem fernseher nicht die augen zuhält.

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wenn ich meine sache auf ein nichts stelle, d.h. stundenlang dasitze, nur warte und irgendwann ungeduldig werde - ja dann überkommt mich zuweilen eine schöpferische wut.

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I think what I don't mean and I mean what I don't think.
inspiration haben bedeutet gar nichts. man muss sich ihrer entledigen kö,nnen.

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die unendliche menge aller zahlen zwischen null und eins ist grösser als die unendliche menge zwischen eins und unendlich, da erstere die zahl null, das definitive nichts enthält.

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ein bisschen mehr intimleben, ein paar private ansichten für die nachwelt preisgeben. was in einer seele nicht alles versteckt wird. ein katalog voller delikte für die polizeischule.

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eine explosion ist eine schöpferische phase. doch man sollte nicht zu oft schöpfer spielen. sich lieber in serien malen. denn egal was man treibt, der erfolg kommt irgendwann von selbst. man muss nur lange genug das gleiche machen.
oder anders gesagt, wer sich immer redlich müht, darf irgendwann auf sich stolz sein.

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es ist auch ein gewisses mass an dummheit, flüchtigkeit, missmut, sinnlosigkeit, willkür, ignoranz, übermut... (und was eigentlich nicht) nötig, um eine arbeit fortsetzen zu können.

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auf tauchfahrt unterm polareis: diesen abend lieber sitzen als stehen, lieber liegen und lieber müde als gleichgültig sein.

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eine illusion lässt sich nur mit einer anderen illusion widerlegen, obwohl man nie über genug illusionen verfügt. da man jedoch die grenzen seiner einbildungskraft kaum kennen- lernen wird...

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"es ist schlau, bitterkeit zu zeigen, wenn man keine gründe zur bitterkeit hat, und keine zu zeigen, wenn man grund dazu hat."
(Henry de Montherlant)

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manche artistische flora ist eine versalzende suppe. alle bilder, die man sich vorstellt malen zu müssen, stellt man sich nur vor, um lieber andere zu malen.

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"in der kunst haben die theorien den gleichen nutzen wie verordnungen in der medizin: um daran zu glauben, muss man krank sein."
(Maurice de Vlaminck)

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was ich manchmal laut und deutlich vor mich hinrede, wenn ich intensiv arbeite:
klprt fgry tredff mhm krpownf skfwvn...
tstmlrtstmltstststst...
mmmhm...

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selten träumt man seine träume zuende. am ende eines traumes steht meist ein zweifelndes ach-ne.
man deute das, wie man will.

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auch wenn man nicht in der lage ist, seine abneigung zu erklären, muss man gegenüber unsympathischen menschen nicht höflich sein. falls man es aber trotzdem ist, weil man von ihnen abhängig ist (z.b. im mitgegründeten kunstverein), darf man ihnen jedenfalls mit noch mehr groll begegnen.

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in diesem jahr zwei umfangreiche ausstellungen, zwei aufwendige installationen aufgebaut und nebenbei noch vorträge gehalten. ich verliere den überblick und werde polygam.

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wenn mir etwas wahrhaft zu gelingen scheint, hege ich manchmal den verdacht, dass ich von einer exorbitanten matrix ferngesteuert werde.

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ein flow-effekt mündet nicht automatisch in euphorische zustände. er macht es nur unmöglich, dass man ohne sie sich berauschen kann.

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manches ist zu einfach, anderes zu simpel. was erkennbar ist, reduziert sich oft auf phantome oder auf die suche nach ihnen. das reale ist die rache dafür, dass man es nicht erfassen kann oder es sich nicht mehr zutraut.

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more ethic(haltung) is more aesthetic(wohlgefallen). denn auf einer bequemen brille macht ein jeder arsch ein gutes gesicht.

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würde ich es öfter schaffen, für ein Jetzt zu leben, hätte ich einen vorsprung. ich wäre dann jemand, der ohne utopien auskommt. doch habe ich von meiner gegenwart eine so hohe meinung, dass es mir keinesfalls schwer fällt, sie stets wieder zu verlassen.

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was da ist, ist das, dass da ist, damit es das ist, was da ist.
kein epigone der zukunft sein. kein leben in abhängigkeit vom topos des unwirklichen.

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einen spitzen stift ständig zur hand und einen zettelkasten für jeden meiner einfälle. doch meine besten ideen habe ich immer zu schnell vergessen. notabene ist notamale.

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der handwerker in der nachbarwohnung, mit jedem hammerschlag bringt er seit drei tagen die zeit zum stehen.

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meine unterschätzen arbeiten und mein von ignoranten galeristen und kuratoren weiterhin unterschätztes publikum.
ehre gegen karriere, lieber verkannt statt stadtbekannt sein. was in einer stadt mit fast drei millionen einwohner auch sehr wahrscheinlich ist.

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wenn es künstler gibt, die sich immer ausstellen, muss es auch künstler geben, die sich nicht bei jeder gelegenheit ausstellen. so wie es auch noch nichtausstellende nicht-künstler gibt, obwohl es immer mehr sich ausstellende nicht-künstler gibt.

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was ist das gegenteil von berühmt? verkannt, vergessen oder unpopulär? mein lexikon der antonyme, veb bibliographisches institut leipzig aus dem jahre 1984, fällt ein hartes urteil: unbekannt, unbedeutend, mittelmässig.

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die sommerzeit geht zuende. die nächte werden wieder länger und die tage auch.
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