"nullsummenspiele" - logbuch eines kunstschaffenden


alle hochgeschätzten bilder und plastiken der berliner museen und galerien in den tegeler see versenkt, würden den wasserspiegel um vielleicht drei bis vier zentimeter steigen lassen. die durch das wirtschaftswachstum hervorgerufene klimaveränderung kann wahr- scheinlich in den nächsten jahren schon einen gleichen anstieg erreichen. jedoch auf dem folgenreichen niveau der weltmeere.

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unfrei wie der ast, auf dem der vogel sitzt und sitzt und immer noch sitzt...
niemand kann sich in seiner arbeit völlig erschöpfen. es bleibt immer ein rest an energie übrig. für den zweifel an dem sinn jeder verausgabung.

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es werden jetzt bambusstangen zu polizisten ausgebildet, während demonstrationen von ärzten, beamten und bat-empfängern immer mehr ausufern. es ist die zeit der volkstümlichen paraden eines neuen prekariats, für das die polizei den überblick wagt.

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trotz frühjahrsmüdigkeit mal wieder was auf die beine stellen, um den handstand aufzugeben.
frei und unbestimmt sein wie eine eine wolke, nicht wie der wasser- dampf.

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selten konkret ist der tolldreiste kitzel von perlen in feuchten schlitzen. alles, was im grossen und kleinen geschieht, ist so phantastisch, dass es nur mit einer grossen einbildungskraft vorstellbar ist.

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immer noch die bange frage, hört mir überhaupt jemand zu. immer die frage nach einem echo in einem wald, in dem es vor lauter bäumen nicht mehr hinausschallt.

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das buhlen um die ressource aufmerksamkeit, wenn angebote die möglichkeiten ihrer nachfrage übersteigen.
diese ausufernde krankheit seine phantasie mit anderen teilen zu wollen. sobald man sich mitzuteilen beginnt, begeht man eine indiskretion nach der anderen.

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self.thinking = self.target + self.position;
ich muss mich belügen, mir etwas vormachen. desto mehr bin ich mit mir identisch und umso weniger irgendetwas anderes.

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meine aktuelle steuererklärung: ich habe wieder mehr geld ausgegeben, als ich besitze. bin ich nun vorsteuerabzugsberechtigt?

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man sollte von den menschen nicht erwarten, dass sie respekt vor einem gemalten bild haben. und man sollte es ihnen nicht übel nehmen, wenn sie keinen respekt haben.

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die farben eines bildes sagen nichts über die farben eines bildes aus. es ist peinlich, bilder erklären zu müssen. es ist als übermale man sie.

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ab und zu gegen den auf maximalen konsum eingestellten zeitgeist das recht auf unnötig schlechte kunst einklagen oder verteidigen. so als wäre das banale noch nicht harmlos genug.

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von allen wolken verlassen, die noch zu zählen sind.
heute will ich fröhlich sein, weil ich glaube, ich sei es bereits.

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obwohl lange genug abgehört, wieder keine stimmen aus den steckdosen. man kann nicht auf das unbekannte, auf die überraschung des ganz anderen setzen. das unbekannte ist so unwahrscheinlich wie selten.

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kein grund zum aufhören, kein grund zum weitermachen.
man ist mit sich selbst nie zufrieden genug, um richtige bilder zu malen.

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wo bleiben eigentlich meine wichtigen mitteilungen, meine über- zeugenden botschaften? meinen arbeiten mangelt es an eindeutigen thesen und an wahrnehmbaren höhepunkten. sie enthalten alle einen hang zur langeweile, den ich aber brauche, um sie fortsetzen zu können.

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"born to be wild."
was man nicht mehr zu träumen wagt, steht bereits auf grossen plakat- wänden.

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"die fäulnis des wartens, der überdruss. das stagnierende warten, das warten, das anfangs sich selber zum gegenstand nahm, das an sich selber gefallen fand, schliesslich sich selber hasste. das warten und seine stille angst; das warten, zur stillen weite geworden, wo im warten der gedanke anwesend ist."
(Maurice Blanchot)

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die amnesie mancher traumlandschaften - wundersame spinnenge- spinste. die anfänge der wolken gehen nach und nach verloren wie die anlässe mancher wünsche. meine wirklichen absichten habe ich oft vergessen.

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alles ausgeschaltet, abgeblendet und kein wind vor den fenstern. das blut beginnt zu pulsieren, der herzschlag erhöht sich um einige dezibel.
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