nullsummenspiele


logbuch eines kunstschaffenden

an einem drögen sonntag schon mitten in der woche arg viel blau im himmelsblau. als bestimmtheitsgabe an einem neuen feiertag.
 

kein grund zum aufhören, kein grund zum weitermachen.
meiner kunst ermangelt es an wahrnehmbaren höhepunkten. sie enthält einen hang zur langeweile, der meist nötig ist, um sie fortsetzen zu können.
 

laut der aktuellen steuererklärung habe ich wieder mehr geld ausgegeben, als ich besitze.
bin ich nun vorsteuerabzugsberechtigt?
 

abwege, umwege. oft aber mehr abwege wegen unnötiger umwege.
ich verwickele mich mit projekten, die ich mir verbiete. mit projekten, die ich mir bloss vorstelle.
 

"born to be wild."
was ich nicht mehr zu träumen wage, steht jetzt auf plakat-wänden.
 

ein platz zum arbeiten, ein platz zum essen, einer zum lesen, zum schlafen, zum sinnieren, zum koitieren, einer zum nichts-tun und einer zum garnichtstun... mein lebens- und arbeitsraum gleicht einem hyperwürfel, der aus acht gleich grossen räumen besteht, wobei der letzte alle anderen enthält.
 

die ab und zu aufkommende sehnsucht nach einer richtigen einsamkeit, um mal wieder der einzige zu sein, ein bisschen einzigartig.
 

ein küsschen zur begrüssung, zwei milchkaffee, etliche worte, unzählige floskeln ... und in der nacht dann ganz für sich das einsame ausleben von begierden.
 

selten konkret ist der tolldreiste kitzel von perlen in feuchten schlitzen. bei mancher attraktiven hochglanzfrau vermag man sich überhaupt nicht vorstellen, dass und ob sie überhaupt defäkiert. aber wenn sie im fernsehen ihren mund öffnet und beim reden nur noch mund ist, ja dann...
 

rot, blau, rot, rot, grün, blau, grün, blau, blau, rot, grün, rot, blau, grün, rot und dann blau.
mit einer fulminanten abendstimmung potenziert sich heute der himmel zu einem geheimnisvollen versprechen.
 

leben bis zur unergründlichkeit. frei und unbestimmt sein wie eine wolke, nicht wie aufsteigender wasserdampf verdunsten.
 

meine arbeiten sind mängel- oder mangelexemplare. da ich weiss, dass es hätte noch schlechter werden können.
 

man sollte nicht dauernd schöpfer spielen, lieber konsequent das gleiche machen. dann kommt der erfolg irgendwann von selbst. wer sich immer redlich müht, wird auch berühmt.
 

welch eine zerstörerische kraft in spätnächtlichen phantasien schlummert, so dass man sie sich am tage verbieten muss. damit z.b. stühle zum sitzen übrigbleiben, am tisch weiter geschrieben werden kann und das haus bewohnbar bleibt.
 

nach der technomusik oder einem abendfüllenden actionfilm in den hellhörigen wohnungen der nachbarschaft noch manches stöhnen und seufzen. man kann mit scham oder ohne charme recht harmlos sein.
 

die farben eines bildes sagen nichts über die farben eines bildes aus. und somit ist es peinlich, seine bilder erklären zu müssen. es ist, als übermale man sie.
 

was sich omnipräsenten tatsachen und ökonomischen zwängen entgegensetzen lässt, ist die genugtuung der langsamkeit, wie sie tieren zu eigen ist, die stundenlang im schatten ausharren, ohne auf etwas zu warten.
 

wenn man am nächtlichen himmel eine sternschnuppe sieht, sollte man einmal laut sagen, was man sich nicht wünscht. dann weiss man, dass es nicht in erfüllung geht.
 

alles ausgeschaltet, abgeblendet und kein wind mehr vor den fenstern. das blut fängt an zu pulsieren, der herzschlag erhöht sich um einige dezibel.