kälteverlust


ein anhaltendes selbstgespräch

pickel ausdrücken. so lange bis es nicht mehr drückt.
mutig ist es, über nichtigkeiten zu schreiben. es zu unterlassen, fast schon übermut.

 
it's about your about.
hinter einem tiefen gedanken, wartet meist ein grosses gelächter. doch wie selten denkt man tief.

 
fremde selbstgespräche wird man nie wieder los.
bloss nicht mehr überall und zu jeder tageszeit ein buch lesen (müssen).

 
happy hour! wer jetzt zum schlussverkauf spurtet, spart mehr als günstig. es gibt nochmal 20 prozent auf zuvor zugesagte 50 prozent.

 
die vielen unbekannten menschen in der shopping-meile Müllerstrasse und ihre eifrige stetigkeit.

 
trotz zunehmender und vor allem altersbedingter abgeklärtheit hängt man noch an zu vielen gesten, an zu vielen attitüden, manierismen, lieblingswendungen...

 
ein unfruchtbarer, der für ein publikum den empörer spielt. ein überflüssiger, der in der zurückgezogenheit den aufstand probt. wer ist mehr zu bedauern?

 
die nachhaltigkeit der permanent effizienten sonne, sie verbrennt sich, bis sie verglüht.

 
nicht die 40W-leuchtstoffröhre oder das nun aufkommende LED-licht, sondern die defekte 100W-glühlampe garantiert im rahmen der eigenen stromkosten die grössten sparmöglich- keiten.

 
es ist alles tatsächlich so, wie es sein soll. die im wetterbericht vorausgesagte temperatur, die dazugehörende luftfeuchtigkeit, der prognostizierte blaue himmel. alles stimmt und ist, wie es ist.

 
sogar kleine kinder können schon als sonnenanbeter ganz still und regungslos an einem badestrand ausharren.

 
eine woche zur erholung an einem see mit campingplatz und man verblödet ganz angenehm.

 
und spät abends noch (welch ein zählzwang) ein 2. und 3. glas wein.
kein alkohol wäre ein leberleber.

 
mal wieder einen kopfsprung wagen.
doch wohin, wohin?

 
in der schulzeit schaffte ich es, mit 165 zentimetern die eigene körpergrösse zu überspringen. ich gehörte zu den besten in der turnhalle als ein überflieger in spe.

 
kunst als eiscreme: wie im vergangenen sommer ist auch in diesem dasselbe blow-up-girl auf einem Langnese-plakat zu bewundern.

 
Euripides: wer weiss wohl, ob das leben nicht der tod ist, der tod aber das leben?
jeder mensch weiss, dass er nicht alles weiss (oder wissen will).

 
die verführung, dass man immer so weiter leben kann. immer so weiter bis zum mittelpunkt der mittelmässigkeit.

 
ist man krank, wenn man keine gedanken hat? oder faul?
non est tanti - momentan nichts besonderes. ich sag es mit Ovid.

 
„vielleicht ist auch das nichtsein individuell?“
Imre Kertész, Galeerentagebuch (1992)

 
verquere vorstellung vom fleiss in bezug auf beispielgebende insekten. die meiste zeit ihres lebens sind bienen und ameisen ziemlich träge.

 
haferflocken! wohlschmeckend, nährreich und vor allem billig.
aber man möchte gar nicht so frei leben, wie man sich bereits freigesetzt fühlt.

 
äusserst verdächtig: auf den verpackungen der preiswerten lebensmittel stets das wort spitzenqualität oder sehr-gut.

 
wöchentlich mindestens drei regentage und vor allen anderen vermehrt sich überproportional die spanische wegschnecke. sie ist vor jahren erfolgreich eingewandert. den einheimischen nattern und kröten ist sie zu gross, zu braun und zu bitter.

 
ohne klimawandel würde langfristig alles so bleiben, wie es ist. was zumindest politisch gesehen unerträglich wäre.

 
mal wein mit wasser trinken, mal wein mit wasser lassen. nie beides zugleich.

 
eine blicktiefe bis zu zehn metern, keine motorboote und kaum wasserpflanzen. an der erfrischenden luft an diesem klaren see könnte man sich wegatmen.

 
die natur auf dem land, sie ufert nicht mehr aus. dagegen umso krautiger in der verwahrlosung der stadt, insofern spekulanten grundstücksbrachen wuchern lassen.

 
es ist der sprosser und nicht die nachtigall, der in lauen august- nächten die gemüter anrührt. und es ist nicht der platz der nachtigall, sondern der profane Nachtigalplatz (mit einem l), der noch immer im berliner Wedding einen heros deutscher kolonialpolitik mit seinem namen ehrt - Gustav Nachtigal, den ersten reichskommissar für westafrika.

 
verblassende erinnerungen an vergangene höhepunkt und es stellt sich das gefühl ein, man müsste noch einmal von vorn anfangen. zur strafe als reinkarnation eines Jeff Koons schlimmstenfalls.

 
fingierte endzeitspiele zum alleinigen zeitvertreib, zur blossen anschauung oder zur katharsischen belustigung. man sammelt erfahrungen, die sich auf monogame gameboy-phantasien beschränken.

 
"um dauerhaftes unheil anzurichten, sind langwierige und beharrliche anstrengungen erforderlich."
Tocqueville

 
wenn ich stundenlang die vergilbte zimmerdecke anstarre, spiele ich mit meinen gedanken blindenschach.

 
vermehrt leberflecken und warzen auf dem rücken.
vielleicht weil er nicht mehr zu mir gehört.

 
fast jede krankenkasse nennt sich mittlerweile eine gesundheitskasse und lädt zu einer vorsorgeuntersuchung ein.