"scheitern(hoch) x" - notizen und nachträge


als Weizenbaum, der vehemente kritiker der künstlichen intelligenz, in den 60er jahren mit seinem ELIZA-Programm einen der ersten funktionierenden gesprächsautomaten entwickelte, war er verblüfft, wie schnell seine mitmenschen zu informationsverarbeitenden maschinen wurden.

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diese zu komplexe und daher vielleicht nur chaotische versammlung von molekülen in einem menschlichen gehirn. in dem aber immer ein ordnungsfanatiker steckt.

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ohne mängel würde man wie eine maschine leben. doch anstatt die eigene unvollkomenheit als vorteil anzusehen, schämt man sich lieber für defizite.

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je weniger sich mancher anstrengt, um erfolgreich zu sein, desto erfolgreicher ist er. und je weniger prinzipien er für sich akzeptiert, desto mehr überzeugt er andere. da er an seine eigenen argumente selbst nicht glauben muss.

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Camus: warum soll ich mich über ärgernisse ereifern, die ich bald wieder vergessen habe? die unzufriedenheit über die grossen und kleinen missgeschicke geht vorüber. was bleibt ist einzig die ursache dafür. der grund für die innere revolte.

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das hadern mit mit der epoche, in der man lebt, ist ein privileg. doch wenn rebellionen nur verwirren wollen, sich jedem diskurs verweigern und damit ihre eigene grundlage gnadenlos unterminieren, dann wird nur noch zerstört, was spass macht.

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so faszinierend manche neo-neodadaistischen satzzertrümmerer oder presslufthammer- filosophen sind, so sehr enttäuschen sie, wenn sie sich als theoretiker zu erklären beginnen. oder etwa interviews geben.

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das verfallsdatum mancher ausfälle.
am schnellsten verpufft eine spontane verneinung, die vielleicht stärkste existensversicherung, zu der ein mensch fähig ist.

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"entweihen ist ein leichtes geschäft; darum muss es uns anwiedern."
(Guido Ceronetti)

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Merleau Ponty: nicht wegen unserer missverständnisse, unserer ignoranz oder vorurteile verkennen wir uns, sondern durch unsere angehäuften erkenntnisse. was unser bewusstsein erhellt, blendet unsere sinne.

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in augenblicken des grössenwahns, d.h. wenn man sich auf den trümmern der eigenen missverständnisse wie ein kreisel dreht, meint man, alle evidenzen auf seiner seite zu haben. man sollte sich vielleicht nur dann auf die wahrheit berufen, wenn man völlig verzweifelt ist.

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zwei schritte vor und zwei schritte zurück, zwei zur linken seite und zwei zur rechten... man kennt nicht im detail die folgen eigener entscheidungen. man entscheidet sich nicht mehr, wenn man die folgen zu genau kennt.

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nie vergessen, dass mit dem rauschwort "alles" Thales von Milet die abendländische philosophie begründet hat.

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ein anti-agnostiker sein. wer zuviel weiss, kann sich seiner unwissenheit kaum sicher sein. oder nur wider besseren wissens.

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es wird immer schwieriger, unverständlich zu sein.
das prinzip der evidenz schafft die unlösbaren knoten im denken.

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kann man sätzen folgen, die folgenlos sind?
das grosse geheimnis des zufallsgenerators: sein potentielles wissen kann niemand verstehen.

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"nichts ist sicher, und nicht einmal das ist sicher."
eine allgemeine erkenntnis fasziniert, so lange sie auf unser un- verständnis stösst und uns in verlegenheit bringt. wenn man sie akzeptiert hat und somit verstehen kann, wird sie anmassend.

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ama nesciri - liebe es, ungekannt zu bleiben! zwischen der niederlage und dem erfolg sich positionieren, zwischen zwei fiktionen sich einrichten.

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man sollte einen menschen mehr an seinen taten als an seinen worten messen, aber auch bedenken: noch schlimmer als die besserwisser sind die bessermacher.

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Seneca: bis zum äussersten gehen und grenzen überwinden. solange, bis die eigenen empfindungen nicht mehr unangenehm sind.

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unfähig den zustand der ataraxie zu erreichen. und dennoch nimmt das menschliche unvermögen zur gelassenheit noch nicht das verlangen danach.

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so schwer es ist, etwas ernsthaft verstehen zu wollen, so schwierig wird es, diesen ernst aufzugeben. versucht man, in die ironie oder in den nonsens zu wechseln, dann liegt dieser entscheidung wieder eine vernünftige überlegung zugrunde.

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immer diese überhanginformation: man ist in der lage, wenn man sich genügend anstrengt, aus fehlern zu lernen. man weiss irgendwann, dass man in dieser hinsicht erfolglos ist.

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wie oft wartet man beim schreiben auf einen einfall, auf eine zündende idee, die den eigenen sätzen einen sinn verleiht. doch man schreibt weiter. immer weiter.

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Wittgenstein: es gibt tage, da gehen mir nur dinge durch den kopf, die ich nicht verstehe.
wer unmögliches erreichen will, muss das mögliche ablehnen.

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zuspätkommen und dann zur richtigen zeit am falschen ort sein. wenn man davon ausgehen muss, dass die fehltritte von heute bereits morgen einen sturz verhindern können.
eine niederlage ist eine kurze tollheit.

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man kann jedem unterstellen, dass er er sich etwas vormacht, dass er sich belügt. doch welche rechtfertigungen, welche ausflüchte wird man sich anhören müssen? und welche erklärungen könnte man selbst auf einen solchen vorwurf abgeben? man weiss es nicht und man will es überhaupt nicht wissen.

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wie oft habe ich mich schon dabei ertappt, dass ich mir einen klugen satz ausdachte, bloss um ihn wieder zu vergessen. so wie man einen grashüpfer fängt, nur dem vergnügen zuliebe, ihn wieder springen zu lassen.

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"born to be wild."
was man sich nicht mehr zu träumen wagt, steht bereits auf grossen plakatwänden

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WIE MAN SICH VOR UNANGENEHMEN NIEDERLAGEN DRÜCKEN KANN ...
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