| das Absurde - Prediger Salomo |
| Als absurde Perspektive beschreibt im Alten Testament der Prediger Salomo
(Kohelet, Qoheleth) die Situation des Menschen: "Nichtigkeit der Nichtigkeiten." - "Alles ist Nichtigkeit.
(...) Es gibt gar nichts Neues unter der Sonne." (Vers1,2 + 1,9). Das lateinische Wort absurdus wird
anfänglich in einem musikalischen Kontext synonym mit den Begriffen absonos (misstönend, vom
richtigen Ton abweichend) und dissonus (misstöniges Brausen) verwendet. Zu Beginn des 16. Jahrhunderts
belegt der Mathematiker Stifel negative Zahlen mit dem Attribut absurd.
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| Aphorismen - Hippokrates |
| Die "Aphorismoi" (wörtlich das Abgetrennte) des Hippokrates wurden das Mass
einer neuen Textgattung, die aber noch lange Zeit mit der Medizin verbunden blieb. In der frühen
Neuzeit hat man Aphorismen erstmals auch für politische Aussagen verwendet. Im Stil von Reflexionen
und Maximen artikulierten sie persönliche Ansichten (wie bei Pascal, der seine Pensées eigentlich
nicht für die Veröffentlichung geschrieben hat).
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| Aporie - Aporetiker - Skeptizismus |
| aporia = weglosigkeit, das Wort ist seit Platon ein philosophischer Terminus.
Aristoteles defierte die Aporie als Gleichheit entgegengesetzter Überlegungen. Unter den akademischen
Skeptiker wird die Aporie zu einer Methode des Denkens erhoben.
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| dass - was - Schelling |
| In seinen Spätschriften trifft Schelling die Unterscheidung von dass und
was, um zwischen der Existenz und dem Wesen zu differenzieren.
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| Dialektik - Dramaturgie |
| Der Dialektiker muss immer in verteilten Rollen denken, seine Gesprächspartner
instruieren oder konstruieren, ein Schauspieler fremder Stimmen sein.
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| Enttäuschung - Gracian - spanische Moralphilosophie |
| Das Auseinanderklaffen zwischen wahren und scheinbaren Wirklichkeiten war ein
zentrales Thema der spanischen Literatur und Moralphilosophie im 16. und 17. Jahrhundert (Siglo de Oro).
So wie in Calderons Drama "Das Leben ein Traum" und im "Don Quichote" von Cervantes reiben sich auch
die Moralisten des spanischen 17. Jahrhunderts an der Illusion der erlebten Wirklichkeit. Das Aufdecken
der Täuschung, im wörtlichen Sinne (Desengaño - Desillusionierung) des Scheins wird zur
wichtigsten Voraussetzung der Weltklugheit. In Graciáns "El Critico" und im "Handorakel" ist die
Enttäuschungsarbeit an der Welt der Versuch ihrer Entzifferung. Sie ist nicht der Ausdruck eines
Fatalismus, sondern primär Erziehungs- und Erkenntnismittel zu einem realistischen Umgang mit der Welt.
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| Eule der Minerva - Hegel |
| Gemäss dem berühmten Hegelschen Bild von der Eule der Minerva, die erst
ihren Flug mit der einsetzenden Dunkelheit beginnt, kommt die Philosophie immer zu spät, um die Welt
zu belehren, wie sie sein sollte. Der Gedanke bleibt immer hinter der Wirklichkeit zurück.
("Grundlinien der Philosophie des Rechts" und "Einleitung in die Geschichte der Philosophie") |
| Epoche - epochee |
| Ursprünglich verstand man unter dem griechischen Wort epoche das Innehalten
in einer Bewegung, aber auch einen Punkt, an dem angehalten bzw. umgekehrt wird. Für die antiken
Skeptiker ergab sich daraus die Vorstellung, der Erkenntnis und dem Urteil Einhalt zu gebieten, um sich
eine Enthaltung aufzuerlegen. Das Risiko des Irrtums sollte damit vermindert werden. In der Astronomie
wird mit Epoche bald der ausgezeichnete Beobachtungspunkt eines Gestirns und auch sein Durchgehen im
Zenit umschrieben. Für die chronologische Betrachtung sind Epochen bis zur Neuzeit keine Zeiträume,
sondern das Schema für konkrete Ereigniszeitpunkte. Erst die moderne Geschichtsschreibung kehrt
im Epochenbegriff mit der Individualisierung historischer Zeiträume das genuine Verhältnis
im Epochenbegriff um, d.h. das Ereignis avanciert zur geschichtlichen Grösse. Nicht mehr der Zeitpunkt,
sondern die durch ihn getrennten Zeiträume definieren nun den Epochenbegriff.
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| das Erhabene - Kant - Burke - Lessing - Nietzsche |
| Mit dem Terminus des Erhabenen greift Nietzsche Konzeptionen von Kant und Lessing auf,
die wiederum auf Gedanken Burkes zurückgehen. Dieser hatte das Erhabene im Gegensatz zum Schönen
als mit einem tiefen Schreck verbunden gesehen. Erregt der Schein die Empfindung des Schönen durch
Begrenzung, Mass und Form, so korrespondiert das Erhabene mit dem Grenz- und Gestaltlosen, dem Düsteren
(wie der weite und gefährliche Ozean ein Symbol des Erhabenen ist). Das Erhabene ist der Versuch, eigene
Existenzbedingungen der Leiblichkeit mit einem abgetrennten Entwurf manipulieren zu können. Wenn der
Leidende sich über sein Leid stellt, es also aus der Position des Erhabenen betrachtet, versucht er
seine Not zu überwinden.
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| Ethik - etymologische Bestimmung |
| Éthos (mit kurzem e) heisst bei Aristoteles soviel wie Gewohnheit, Brauch und
wird gleichgesetzt mit Sitte und Konvention. Êthos (mit langem e) steht bei Aristoteles hingegen für
die Haltung des mündigen Subjektes, das nicht mehr bloss den Konventionen folgt, sondern selbständig
entscheiden kann, was moralisch richtig ist. Die Tugend ist damit zweifach, eine sittliche Tugend und eine
Verstandestugend. Letztere wächst durch Belehrungen und bedarf der Erfahrung sowie der Zeit. Das Sittliche
wird uns hingegen zuteil durch Gewöhnung.
éthe bedeutete im Griechischen soviel wie Sitten und wird im lateinischen durch das Wort mores ersetzt. |
| Fortschritt |
| Mit dem erst zum Ende des 18.Jahrhunderts geprägten Begriff Fortschritt können
Vergangenheit und Gegenwart als eine Einheit erfasst werden. Jedes Geschehen erhält damit eine Richtungsvorgabe
auf Künftiges hin. Alles erscheint als Vor- oder Zwischenstufe eines fernen Gelingens.
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| Genie - Kant |
| In seiner Kritik der Urteilskraft charakterisiert Kant das Werk des Genies wie folgt: Es
gibt keine vorgegebenen Regeln, denen es gehorcht, erst von ihm kann man Regeln ableiten.
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| homo homini lupus - Schopenhauer - Plautus - Hobbes |
| Schopenhauer weist diesen Satz als ein Zitat des Plautus aus, versteht ihn aber im Sinne
Hobbes. Denn bei dem Komödiendichter Titus Maccius Plautus (um 254 v. Chr. in Umbrien geboren) kann man in
seiner Schrift "Asinaria (Eselsspiel)" lesen: Lupus est homo homini, non homo, quom qualis sit, non novit (Der
Mensch ist dem Menschen ein Wolf, wenn er nicht weiss, wer ihm gegenüber steht).
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| kategorischer Imperativ - Kant - Epikur |
| Lange vor Kants kategorischen Imperativ hat bereits Epikur in der Sprache der Skepsis
eine ethische Handlungsanweisung formuliert. "sic fac omnia, tamquam spectet Epicurus - Handle so, als ob Epikur
dir zusehe."
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| Klage - Hiob |
| Der von Gott und dem Teufel geprüfte Hiob gibt erst seine Frömmigkeit auf, als
Freunde und Bekannte ihn zu einer Reflexion über den Sinn seines Leidens nötigen. Als er versucht,
sein Unglück als eine Strafe für einen begangenen Frevel anzusehen, beginnt er zu klagen. Zuvor hatte
ihn sein Leid nicht empört, erst als er sich die Frage nach einer Selbstverschulung stellt.
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| kosmos - kosmoi - Weltenlehre |
| Bei den Vorsokratikern bestand noch die Vorstellung von einer Vielheit der Welten. Auch
Epikur spricht in diesem Sinne von einem Kosmos im Plural. Durch Platon und Aristoteles reduziert sich aber
die Welt wieder auf ihre Einzigartigkeit. Zuvor wurde bereits durch die Atomistik Demokrits die Gefahr signalisiert,
dass die Zahl und Vielfalt der Atome nicht unendlich sei. Bei Newton wird der Raum als absolutes Medium wieder
zu einer Welt von Welten.
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| Kultur - cultura - Herder |
| Durch Herder wird der Kulturbegriff zu einem der Gesellschaft und Geschichte. Im
ursprünglich (römischen) Sinne wurde damit die Erziehung und Bildung des Einzelnen analog zur cultura
agri mit dem Genitiv animi gemeint. Bei der Pflege des animus, der Tatkraft eines Römers von Rang, der
sich als Redner, in politischen Geschäften und als Feldherr zu bestehen hat, kommt der Philosophie eine
entscheidende Bedeutung zu. Wohl deshalb setzt Cicero cultura animi mit philosophia gleich.
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| Lust - Unlust - Hedonismus - Epikur |
| Eine gängige Auffassung in der griechischen Philosophie war, dass die Lust
als anzustrebendes Gut den Übergang vom widernatürlichen in den natürlichen Zustand darstellt.
Innerhalb der sokratischen Schule entwickelt sich jedoch bald eine Lustfeindlichkeit. Man geht davon aus, dass
die Wahrheit zu jeder Zeit und für jederman gilt. Etwas, das vergänglich ist, kann kein wahres Gut
sein. Die Lust ist demnach ein blosser Übergang. Platon setzt sich in seinem Spätdialog "Philebos"
mit dem Hedonismus auseinander und entwickelt eine eigene Lusttheorie, in der er die Lust an die Erkenntnis
bindet. Denn ein Leben aus lauter Lust ohne jede Form der Erkenntnis sei nicht wünschenswert, weil man nicht
erfährt, ob man überhaupt Lust empfindet oder nicht. Für Aristoteles ist die Lust selbst nur
noch aus metaphysischen Vorstellungen abgeleitet. D.h. die Lust am philosophischen Denken ist die beste Lust.
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| Metaphysik - Kritik - Kant |
| Für Kant ist die Metaphysik eine faktische Naturanlage des Menschen, als Wissenschaft
könne sie aber nur mit der Fähigkeit der Selbstkritik akzeptiert werden. Darüber hinaus stellt
sich Nietzsche die Frage, wie Metaphysik als Irrtum möglich ist.
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| Monade - monados - Monadologie |
| Für die Pythagoreer ist die Monade (griech. monas -Einheit) die Zahleinheit (das
allesumfassende Urprinzip), die Demokrit später als Eigenschaft die Atome beschreibt. Platon bestimmt
die Ideen als Monaden. Bei G. Bruno spiegelt sich in den Monaden als letzte Einheit die göttliche Weltordnung
wider. Mit seiner Monadologie entwickelt Leibniz, den Monadenbegriff aus der "Stoicheiosis theologike - Über
die Grundlagen der Theologie" von Proklos aufgreifend, die Vorstellung von in sich abgeschlossenen (fensterlosen),
also von Fremdeinwirkungen letzten Einheiten bzw. Substanzen, die nicht körperlich, sondern geistig sind.
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| Pathos der Distanz - Nietzsche |
| Wirkliche Philosophen, d.h. für den jungen Nietzsche vor allen die Vorsokratiker,
werden vom Pathos der Wahrheit getrieben und nehmen eine notwendige Distanz gegenüber ihrer Welt und Zeit
ein. Pathos soll dabei nicht nur als Leidenschaft und Affekt, sondern wie im Altgriechischen auch üblich
als Erlebnis, Schicksal, Qual und Leiden verstanden werden. Der späte Nietzsche verbindet Pathos und
Distanz ("Pathos der Distanz"), um sich von einem leidenschaftlichen Denken abzugrenzen, d.h. um sich in der
Kunst der Nuance zu üben.
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| Platonismus - Weltverdoppelung - Ideenwelt |
| Indem Plato von einer sinnlichen und einer übersinnlichen, einer Ideenwelt und einer
Sinnenwelt ausgeht, ent-zweit, d.h. verdoppelt er die Welt. Über den Sinnendingen der Erfahrungswelt stehen
bei ihm die Ideen, die als eidos und paradigmatas als Ur- und Vorbilder wahrhaft fungieren. Damit wird eine
einschneidende Zäsur in der Geschichte der Weltauslegung eingeleitet. Die ionische Interpretation, die
noch von der Gesamtheit des Seienden in einer weltimmanenten Wirklichkeit ausgeht, wird aufgegeben und durch
ein Wirklichkeitsverständnis ersetzt, mit dem das Diesseits in einer Idealität auflösbar ist.
Während für Plato die wahre Welt durch eine kleine Philosophenelite erkannt wird, ist sie bald
für das Christentum unerreichbar.
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| das Schöne - Natur - Hegel |
| In seiner ästhetik versucht Hegel zu zeigen, dass der Begriff das Schöne auf
Naturdinge nicht anwendbar ist. Die Natur ist für ihn indifferent und, da selbst unbewusst, nicht für
sich. Nur aus der Perspektive des Menschen kann sie einer ästhetischen Wertung unterzogen werden. Die Differenz
von schön und hässlich will Hegel allein auf den Geist bezogen wissen.
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| Sein - Seiendes - Plotin - Heidegger |
| Mit seiner noch vage fixierten Relation vom Seienden zum Sein antizipiert Plotin bereits
jenen fundamental-ontologischen einen Denk-Ansatz, den Heidegger 1927 in "Sein und Zeit" wieder aufgreift. Während
der Neuplatoniker jedoch versucht, auf diesem Wege das Wissen seiner Zeit zu vereinen, in dem er das Sein als
das erste und unwandelbare Eine versteht, geht es Heidegger um ein Denken der Differenz.
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| Skeptizismus - Humanismus |
| Wenn er die Gewissheit des Tatsächlichen leugnen kann, wird der Skeptiker sein Denken
allein aus seinem Dasein bestimmen. Seine Selbsterkenntnis wird zum Primat der Selbstverwirklichung.
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| Stoa - Christentum |
| Die in der stoischen Lehre behauptete absolute Unabhängigkeit des Menschen wird in
der christlichen Lehre als Tugend abgelehnt. Solange der Mensch eine solche Position einnimmt, gibt es für
ihn keine Erlösung.
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| Tod Gottes |
| Dass der Glaube an den christlichen Gott unglaubwürdig geworden ist, erklärt
für Nietzsche den Tod Gottes. Dabei greift er auf bereits vorher festgestellte Todeserklärungen zurück.
So auf Hegels "Gott ist gestorben, Gott ist tot" in seiner "Philosophie der Religionen". Auch Stirner hatte bereits
erklärt, dass "der Mensch den Gott getötet hat".
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| der Übermensch - der letzte Mensch - Nietzsche |
| In einer Zeit schweren psychischen Leidens taucht bei Nietzsche erstmals die Idee vom
Übermenschen auf (Winter 1882/83). Für Nietzsche ist der Übermensch keine Identifikationsmöglichkeit,
aber die Möglichkeit, das Leben, so wie es ist und sich in Ewigkeit wiederholen wird, zu bejahen. Die
Selbstüberhebung des "allgemeinen Erdenmenschen" ist nötig, um die totale Immanenz der Welt nach dem
Tode Gottes ertragen zu können. Dem gegenüber steht als Antipode der "letzte Mensch", der sich "selbst
nicht mehr ertragen kann" und deshalb "Alles andere kleinmache". Auch er wird ewig wiederkehren als der vielleicht
schwerwiegendste Einwand gegen die ewige Wiederkunft.
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| Vernunft - Kant |
| Bei Kant wird die Vernunft zu einer Gerichtsinstanz, die über sich selbst Urteile
fällen muss.
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| Wahrhaftigkeit - Augustin - Nietzsche |
| Im Unterschied zur Wahrheit stellt für Augustin die Wahrhaftigkeit nur eine
Übereinstimmung zwischen dem dar, was man sagt, und dem, was man auf dem Herzen trägt. Eine solche
Aufrichtigkeit erscheint aber einige Jahrhunderte später Nietzsche nur noch als eine "Maske ohne das
Bewusstsein einer Maske". Der authentische Mensch lügt also, ohne dass er weiss, dass er lügt.
Der Wille zum Schein, die Feststellung der Perspektive, d.h. das Setzen des Unwahren als Wahres gilt als
primäre Eigenschaft des Menschen. Oder anders gesagt: Ein unehrlicher Lügner ist, wer sich seiner
Überzeugungen zu sicher ist.
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| Weltanschauung - Kant |
| Kant führt 1790 in seiner "Kritik der Urteilskraft" den Begriff der Weltanschauung
als paradoxes Gebilde ein. Die Welt wird hierbei als eine totale Idealität der Erfahrungen umschrieben,
die sich aber nicht durch eine Anschauung herstellen lässt.
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| Werte - Wertphilosophie - Lotze - Scheler |
| Die in der Mitte des 19. Jahrhunderts einflussreiche Wertphilosophie wird von Rudolf
Hermann Lotze begründet, als er den aus der Ökonomie stammenden Begriff "Wert" zu einem philosophischen
Grundbegriff macht. Die Kluft zwischen Sinn und Sein, die mit dem Zusammenbruch des Idealismus entstanden war,
soll mit dem Konstrukt einer Wertewelt überbrückt werden. Max Scheler versteht am Anfang des 20.
Jahrhunderts Werte nicht mehr als Lückenbüsser, als Quasi-Seinsbereich, sondern als gegenständliche
Korrelate intentionaler Akte.
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